Der niederländische Singer-Songwriter ist dieses Jahr bereits zum zweiten Mal beim Ruhrpott Rodeo zu Gast. Im Interview hat er uns von seiner Jugend in einem Vorort von Amsterdam erzählt und uns verraten, wie seine Eltern reagiert haben, als er ihnen verkündete, seinen Job hinzuschmeißen, um Musiker zu werden.


Foto: Jaro Suffner

Welche Platte hast du zuletzt gehört und was ist deine aktuelle Lieblingsband?
Das war „Total Clarity” von Against Me! – die gehört zu meinen absoluten All-Time-Favorites, zusammen mit The Avett Brothers.

Du bist in Amsterdam aufgewachsen. War deine Jugend in „Sin-City“ so aufregend wie man sich das hierzulande vorstellt?
Tatsächlich bin ich in einem Vorort von Amsterdam aufgewachsen. Das war nicht wirklich aufregend, aber auch nicht schlecht. Wir hatten ein cooles Juegendzentrum, wo jede Menge Bands spielten. Auch ich habe dort meine ersten Shows gespielt und öfter den Sound für andere gemacht. Dort fing alles an, daher will ich mich nicht beschweren. Und natürlich haben wir auch von der Nähe zu Amsterdam profitiert, denn dort gibt es eine ganze Reihe richtig toller Venues, in denen ich unzählige Shows besucht habe.

Zwischen Heim- und Fernweh

Du bezeichnest dich selbst als rastlos und dennoch hast du eine sehr enge Bindung zu deinen Eltern. Was halten sie von deinem Lebensstil?
Sie unterstützen mich, wo sie nur können. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar, denn das ist nicht selbstverständlich. Wären sie dagegen gewesen, hätte das wahrscheinlich nichts an meiner Lebensart geändert, doch ihre Unterstützung macht vieles einfacher für mich. Ich habe sie damals gefragt, was sie davon halten, dass ich meinen Job kündigen möchte, um auf Tour zu gehen. Und sie haben nicht versucht, mich davon abzuhalten, sondern waren der Meinung, dass ich meinen Weg gehen muss. Sie glaubten, dass sich eine neue Tür öffnen würde, sollte es mit der Musik nicht klappen. Ich habe großartige Eltern und wünschte, mehr Menschen würden ihre Kinder dabei unterstützen, sich selbst zu finden – unabhängig davon, ob sie zehn oder dreißig Jahre alt sind.

Urlaub mit Startschwierigkeiten

Du bist sehr reiselustig. Hast du irgendwelche Urlaubspläne für dieses Jahr?
Ich komme gerade von einem kleinen Frankreich-Trip zurück. Leider war das Wetter die meiste Zeit über scheiße und ich habe mich direkt am ersten Tag mit dem Skateboard auf die Fresse gelegt. Klingt nach einem grandiosen Urlaub, ich weiß… Aber davon ab habe ich ein paar tolle Orte besucht und ausreichend Energie für die anstehenden Festivals tanken können.

Apropos, wir freuen uns sehr, dich dieses Jahr wieder dabei zu haben. Welche Erwartungen hast du an das Ruhrpott Rodeo?
Yeah, die Freude ist ganz auf meiner Seite. Wir sind schon alle sehr aufgeregt, nach fünf Jahren zum Rodeo zurückzukehren. Bei unserem ersten Auftritt 2013 hatten wir einen straffen Zeitplan und mussten direkt weiter. Ich hoffe, dass es diesmal etwas entspannter wird und wir genug Zeit haben, um uns selbst ein paar Bands anzuschauen und das Festival zu genießen.

 

Interview: Diana Ringelsiep